Die Engelsburg (auch 'Mole Adriana') ist ein römisches Monument am rechten Tiberufer vor der pons Aelius, der heutigen Engelsbrücke) nicht weit vom Vatikan entfernt. Ursprünglich als Mausoleum vom römischen Kaiser Hadrian im Jahr 135 begonnen, orientierte es sich an dem nie fertiggestellten Grabmal des Augustus und wurde es 139 unter Antoninus Pius beendet. Das Mausoleum bestand aus einem kubischen Fundament, das mit Marmor der Apuanischen Alpen ausgekleidet war und besaß einen Zierfries aus Ochsenköpfen (Bucrani) und gewinkelten Lisenen. In dem Fries mit Blick auf den Fluss waren die Namen der im Inneren begrabenen Kaiser zu lesen. Immer noch auf dieser Seite fand sich der Hadrian gewidmete Eingangsbogen, dessen Dromos (Zugangskorridor) vollständig mit Giallo Antico, einer gelben Granitsorte, verkleidet war.
Oberhalb des Fundaments fand sich ein Tambour aus Peperin und als opus caementitium (eine betonähnliche Substanz) ausgeführt und vollständig mit Travertin und und kannelierten Lisenen verkleidet. Darüber befand sich ein Grabhügel aus Erde, mit Bäumen bewachsen und von Marmorstatuen umgeben (von denen Reste noch erhalten sind). Auf dem Grabhügel stand schließlich eine Quadriga aus Bronze, die von dem als Sonnengott dargestellten Kaiser Hadrian geführt wurde. Um das Mausoleum verlief eine Einfriedungsmauer mit Bronzegittern, die mit Pfauen verziert werden; zwei dieser Gitter werden noch im Vatikan aufbewahrt.
Im Inneren erhellten Lichtschächte die spiralförmige Treppe aus Ziegelsteinen, die den Zugangskorridor mit der Cella (Grabkammer) in der Mitte des Grabhügels verband. Letztere war quadratisch und vollständig mit mehrfarbigem Marmor ausgekleidet. Über ihr lagen weitere zwei Celle.
Sehr bald schon erhielt das Bauwerk eine andere Bestimmung und wurde zur Festung ausgebaut. Im Jahr 403 wurde sie mit der Mura aureline eingefasst und in der Folge von den Päpsten ab dem 14. Jahrhundert an befestigt, von allen Dekorationen und Verkleidungen befreit und gleichzeitig zu einem Gefängnis (Benvenuto Cellini war dort im 16. Jahrhundert inhaftiert) und zu einer Zufluchtsburg umgebaut. Auf diese Weise widerstand Clemenz VII. während des fürchterlichen Sacco di Roma 1527 der Belagerung der Landsknechte Karls des V.
Die Burg erhielt ihren heutigen Namen während einer großen Pestepidemie, die 590 Rom heimsuchte. Der damalige Papst, Gregor I., soll auf der Spitze der Burg den Erzengel Michael gesehen haben, der sein Schwert in die Scheide gesteckt und damit das Ende der Epidemie kundgetan hätte. Zur Erinnerung an dieses Ereignis krönt die Statue des Engels das Bauwerk (zunächst als Marmorstatue von Raffael da Montelupo bis zum 16. Jahrhundert, dann ab 1753 als Bronzestatue von Pierre van Verschaffelt).
Die Engelsburg
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