Rom Residenza Paolo VI

Hotel in Rom - Vatikan
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Rom

  • Das Kolosseum

    Das einst als Amphitheatrum Flavium oder kurz Amphitheater bekannte Kolosseum stammt aus dem antiken Rom und ist sehr wahrscheinlich das berühmteste der Welt. Es konnte 45.000 Zuschauer fassen und wurde u.a. für Gladiatorenkämpfe genutzt.

    Das Bauwerk hat eine ovale Form Umfang von 527 m, wobei die Achsen 188 m bzw. 156 m messen. Die Arena im Inneren misst 86 x 54 m und hat eine Fläche von 3.357 m². Die Höhe beträgt derzeit noch 48,5 m, in seiner Blütezeit erreichte sie jedoch 52 m.

    Sein Bau wurde unter Kaiser Vespasian um ca. 72 n. Chr. begonnen, und es wurde 80 n. Chr. von seinem Sohn, Titus, eingeweiht. Domitian führte dann wesentliche Veränderungen, vor allem im unterirdischen Bereich durch. Der Bau des Kolosseums wurde vermutlich mit der bei der Eroberung Jerusalems 70 n. Chr. gemachten Beute finanziert.

    Die Erbauung erfolgte auf dem Areal des enormen Palasts Kaiser Neros, dem Domus Aurea, und wurde nach dem großen Brand Roms im Jahr 64 ausgeführt. Das Ganze hatte den Zweck, die vorher im Besitz von Bürgern der Stadt befindlichen, danach jedoch von Nero enteigneten Flächen wieder der öffentlichen Nutzung zuzuführen. An der Stelle, wo sich heute das Bauwerk erhebt, befand sich zuvor ein See (der vom Dichter Martial erwähnte 'Stagnum').

    Zur gleichen Zeit wie das Amphitheater wurden weitere Wirtschaftsgebäude für die Spiele errichtet: die Ludi (Kasernen und Trainingsplätze für die Gladiatoren, von denen uns Magnus, Gallicus, Matutinus und Dacicus bekannt sind), die Kaserne für die ausgelagerten Mannschaften der Flotte von Misenum, die für das Velarium-Manöver (Castra Misenatium) vorgesehen waren, das Summum Choragium und die Armamentaria (Depots für Waffen und Ausrüstungen), das Sanatorium (Ort zur Pflege von im Kampf verletzten Kämpfern) und das Spoliarum, d. h. der Umkleidebereich.

    In der Nähe stand eine Kolossalstatue von Nero, von der sich, der Legende nach, auch der Name 'Kolosseum' ableiten soll. Nach der Ermordung dieses Kaisers wurde die Statue ummodelliert, so dass sie nun den Sonnengott Sol darstellte, wobei noch ein entsprechender Strahlenkranz hinzugefügt wurde. Der Koloss wurde schließlich unter Hadrian von seinem ursprünglichen Standort verlegt, um Platz für den Tempel der Venus und Roma zu schaffen. Der Platz des Fundaments der Kolossalstatue ist nach ihrer Verlegung derzeit durch einen modernen Sockel aus Tuffstein gekennzeichnet.

    Die Außenfassade ist in vier Ränge unterteilt: Die drei unteren weisen jeweils 80 durch Säulen getrennte Arkaden auf, an die sich Halbsäulen auf Sockeln anschließen, während der vierte Rang aus einer Vollwand besteht, die durch Lisenen entsprechend der Arkadensäulen kaschiert wird. In den Wandabschnitte zwischen den Lisenen öffnen sich 40 kleine quadratische Fenster, eines in jedem zweiten Rechteck, und direkt oberhalb der Fensterebene sind drei für jedes Rechteck vorstehende Kragen gesetzt, in denen die Holzpfähle eingefügt waren, die zum Öffnen und Schließen des Velariums verwendet wurden, dem Sonnensegel für die Zuschauer, das von einer Abteilung Seeleute aus der Flotte von Miseno bedient wurde.

    Die Halbsäulen und Lisenen der vier Ränge verfügen, von unten beginnend über toskanische, ionische, korinthische und korinthische mit Kränzen aus Akanthusblättern. Die ersten drei Ränge wiederholen dieselbe Abfolge, die man auch auf der Außenfassade des Marcellustheaters sehen kann.

    Das Kolosseum war von einem Schutzbereich umgeben, der mit Travertin gepflastert und durch Grenzsteine abgegrenzt war (von denen noch einige auf der nach Celio liegenden Seite vorhanden sind).

    Im Inneren war die Cavea (der Zuschauerraum) mit den Stufen zu den Zuschauerbereichen in fünf horizontale Sektoren (maeniana) unterteilt, die unterschiedlichen Publikumsgruppen vorbehalten waren: der für die Senatoren und ihre Familien reservierte untere Bereich hatte breite und flache Abstufungen, auf denen Holzsitze (subsellia) standen; es folgten das Maenianum primum mit acht Marmorstufen, das maenianum secundum, das in das imum (unten) und summum (oben), wiederum mit Marmorstufen, unterteilt war, und schließlich das maenium summum mit etwa elf hölzerner Stufen im Inneren des Porticos, der den Zuschauerraum überkrönte (porticus in summa cavea): Die architektonischen Reste dieses letzteren Bereichs gehören zu den Ausbaumaßnahmen der Epoche des Flavius Valerius Severus bzw. des Gordian II (Marcus Antonius Gordianus Sempronianus Romanus Africanus).

    Die verschiedenen Bereiche waren durch hohe Podien (precincti) von einander getrennt, in denen sich Ein- und Ausgänge (vomitorie) öffnen, die durch Marmorgeländer geschützt waren (und auf Restaurierungsmaßnahmen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. zurückgehen). Auf den Stufen sind vielfach Angaben zu den Plätzen eingemeißelt, auf der Balustrade des Podiums waren die Namen der Senatoren vermerkt, für die die darunter liegenden Plätze reserviert waren.

    Die Zuschauer erreichten ihre Plätze, die sie durch die für sie reservierten Arkaden betreten konnten. Jede der 74 Arkaden für das Publikum war durch eine Zahl gekennzeichnet, die auf dem Schlussstein eingemeißelt war, so dass die Zuschauer schnell ihre eigenen Plätze erreichen konnten.

    Die zwei, den kürzeren Achsen entsprechenden Arkaden, außen mit einem Vorbau versehen, waren hochgestellten Persönlichkeiten vorbehalten, die in den heute verschwundenen Logen bewirtet wurden. Jede führte in einen weiten, aus drei durch Pfeiler verstrebte Keilsegmenten bestehenden Bereich. Der Gang hatte mit Marmor verkleidete Wände und zeigte eine Stuckdekoration im Gewölbe, die noch die ursprüngliche Verzierung aus der Zeit des Flavius darstellt. Die südliche Loge, die den Kaiser beherbergte, verfügte außerdem über einen direkteren Zugang über den Criptoportico, d. h. einen Geheimtunnel, der direkt nach draußen führte.

    Zwölf Arkaden waren für die Senatoren reserviert und führten über Korridore bis zum innersten Ring: Von dort aus erreichte man über eine kurze Treppe den unteren Bereich des Zuschauerraums. Auch diese Durchgänge waren mit Marmor verkleidet.

    Die anderen Arkaden boten Zugang zu zahlreichen Treppen mit einem oder zwei Aufgängen, die zu den oberen Bereichen führten. Die Wände waren verputzt, ebenso die Gewölbe.

    Die Bodenfläche der Arena bestand teilweise aus Mauersteinen, teilweise aus Holz, und war mit Sand abgedeckt, der ständig gereinigt wurde, um das Blut der Opfer aufnehmen zu können.

    Unterhalb der Arena befanden sich Wirtschaftsbereiche entlang eines weiten Mittelgangs auf der Hauptachse sowie in zwölf bogenförmigen Korridoren, die auf beiden Seiten symmetrisch angeordnet waren. Hier fanden sich auch die Aufzüge, mit denen die für die Spiele benötigten Maschinen oder Tiere in die Arena hochgefahren werden konnten und die, insgesamt waren es 80, sich auf vier der Korridore verteilten: Die gegenwärtig konservierten stammen von Umbaumaßnahmen aus dem 3. bzw. 4. Jahrhundert n. Chr.

    Die Wirtschaftsbereiche hatten ihre eigenen Eingänge:
    Unterirdische Tunnel an den Enden der Hauptachse gewährten Zugang zum Mittelgang unter der Arena und wurden als Transportwege für die Tiere und Maschinen genutzt.

    Die zwei Arkaden auf der Hauptachse führten direkt in die Arena und waren als Eingang für die Protagonisten der Spiele, Gladiatoren und Tiere vorgesehen, die für die Aufzüge zu schwer waren.

    Die Arena war für das Dienstpersonal auch über offene Durchgänge im Wirtschaftstunnel zugänglich, der rundum unter dem Podium des unteren Bereichs des Zuschauerraums verlief. Zum Tunnel gelangte man vom inneren Ring aus, dem selben, den die Senatoren benutzten, um zu ihren Plätzen zu gelangen.

    Das Gebäude steht auf einer Bodenplatte aus Travertin, die im Verhältnis zur Umgebung etwas höher liegt. Die Fundamente bestehen aus einer mächtigen, 13 Meter dicken Zementschicht (opus caementicium), die außen von einer Ziegelmauer ausgefüttert war.

    Die tragende Konstruktion besteht aus Säulen aus Travertinblöcken, die mittels Zapfen zusammengefügt sind: nach der Aufgabe des Gebäudes suchte man diese Metallteile, um sie einzuschmelzen und wieder zu verwenden, wobei man die Blöcke nach eben diesen Verbindungsstücken durchsuchte: Die zahllosen Bohrlöcher, die auf der Außenfassade gut sichtbar sind, gehen ebenfalls auf diese Unternehmungen zurück. Die Pfeiler waren im unteren Rang durch gemauerte Trennwände aus Tuffstein und im oberen Rang aus Ziegelsteinen mit einander verbunden.

    Ein komplexes System zur Wasserzuleitung und -ableitung erlaubte die Instandhaltung des Gebäudes und speiste die Brunnen im Zuschauerraum.

    Im Kolosseum wurden Spiele des Amphitheaters folgender Art aufgeführt: Kämpfe zwischen Tieren (venationes), die Tötung von Verurteilten durch wilde Tiere oder andere Arten von Exekutionen (noxii) und schließlich Kämpfe zwischen Gladiatoren (munera). Seeschlachten (naumachie) konnten jedoch nicht veranstaltet werden, da der Unterboden unterhalb der Arena die Möglichkeit ausschloss, sie zu fluten.

    Für die Einweihung des Bauwerks gab Kaiser Titus Spiele, die drei Monate dauerten und während derer etwa 2.000 Gladiatoren und 9.000 Tiere ihr Leben ließen. Zur Feier des Sieges von Trajan über die Daker standen sich 10.000 Gladiatoren im Kampf gegenüber.

    Die letzten Gladiatorenkämpfe fanden nachweislich 437 statt, wonach das Amphitheater bis 523 unter Theoderich jedoch weiter für die venationes (Tötung von Tieren) genutzt wurde.

    Eine erste Restaurierung erfolgte unter Antoninus Pius. Bei einem Brand 217 n. Chr. stürzten die oberen Gefüge ein, und nach den Restaurierungsarbeiten von Heliogabalus und Severus Alexander wurde das noch nicht vollständig wiederhergestellte Bauwerk im Jahr 222 wieder eröffnet. Die Restaurierungsmaßnahmen wurden dann unter Kaiser Gordian III. abgeschlossen. Weitere, durch Brände verursachte Schäden kamen in den Jahren 250 bzw. 252 und 320 n. Chr. hinzu.

    Nach dem 'Sacco di Roma', also der Eroberung Roms 410 n. Chr. durch Alarich I, wurde an dem die Arena umgebenden Podium, vermutlich im Anschluss an die Restaurierung eine Inschrift zu Ehren von Kaiser Flavius Honorius eingemeißelt. Die Inschrift wurde in der Folge ausgelöscht und wieder neu geschrieben, um an die großen Restaurierungsarbeiten nach einem Erdbeben im Jahre 442 n. Chr. zu erinnern, die von Stadtpräfekten Flavius Sinesius Gennadius Paolus und Rufius Cecina Felicius Lampadio ausgeführt worden waren. Weitere Restaurierungen erfolgten 470 (durch den Konsul Messius Phoebus Severus). Die Arbeiten dauerten auch nach dem Fall des Reiches an: Nach einem Erdbeben 484 bzw. 508 ließ der Stadtpräfekt Flavius Caecina Decius Basilius Restaurierungsarbeiten auf eigene Kosten vornehmen.

    Nach der Aufgabe wurde es im 6. Jahrhundert zu einer Begräbnisstätte und kurz darauf zu Wohnzwecken genutzt. Im 8. Jahrhundert wurde ein Teil von der Familie Frangipane als Festungspalast genutzt, der anschließend abgerissen wurde, wobei sie jedoch weiterhin für Behausungen genutzt wurde. Die Travertinblöcke wurde im 15. und 16. Jahrhundert systematisch abtransportiert und fanden für Neubauten Verwendung; herunter gefallende Blöcke wurde noch 1634 für den Bau des Barberinipalastes und 1703 für den Hafen von Ripetta verwendet. Eine berühmte Beschreibung dieser "Plünderung" findet sich in dem Sprichwort 'Quod non fecerunt Barbari, fecerunt Barberini' (also: 'Was die Barbaren nicht geschafft haben, schafften die Barberini').

    Beim Jubiläum von 1675 erhielt es den Charakter eines Heiligtums in Gedenken an die vielen christlichen Märtyrer, die hier zur Folter verurteilt starben; und 1744 ließ Papst Benedikt XIV. die 15 Kapellen des Kreuzweges errichten.

    Nach dem strukturellen Zerfall wurden erste Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt: 1807 wurden unter der Leitung von Raffaele Stern am Fuße der Fassade Strebepfeiler zur Abstützung der verbliebenen Schlusssteine errichtet; dieselben Maßnahmen führte dann 1827 auch Luigi Maria Valadier aus, der einen Teil der bereits eingestürzten Struktur in dem neuen Werk verbaute. Andere Restaurierungen im Inneren fanden zwischen 1831 und 1846 statt. Gleichzeitig begann Carlo Fea 1811 und 1812, das Monument mit konkreten Ausgrabungen von den Erdmassen zu befreien, eine Arbeit, die in der Folge von Pietro Rosa (1874-1875) fortgeführt wurde. 1938 und 1939 wurden die, teilweise durch Rekonstruktionsmaßnahmen veränderten, Baulichkeiten unter der Arena vollständig ausgegraben.
  • Die Sixtinische Kapelle

    Die Sixtinische Kapitel ist einer der berühmtesten Kunstschätze der Vatikanstadt. Sie wurde zwischen 1475 und 1483 in der Zeit unter Papst Sixtus IV. erbaut. Sie ist auf der ganzen Welt für den Saal bekannt, in dem das Konklave und andere offizielle Zeremonien wie die Krönung einer Päpste stattfinden, aber auch für ihre malerische Ausgestaltung von Michelangelo Buonarotti. Sie findet sich rechts vom Petersdom hinter der Scala Regia und diente ursprünglich als Hofkapelle innerhalb der alten Vatikanfestung.

    Die Kapelle hat eine rechteckige Form und misst 40,93 Meter in der Länge und 13,41 Meter in der Breiter (was den Abmessungen des Tempels Salomons entspricht, wie sie im Alten Testament wiedergegeben sind). Sie ist 20,70 Meter hoch und das Dach bildet ein flaches Tonnengewölbe mit seitlichen Entlastungsbögen entsprechend der zwölf Fenster, durch die Licht in den Innenraum gelangt. Der Boden (aus dem 15. Jahrhundert) besteht aus mehrfarbigen Marmorintarsien.

    Ein Geländer aus Marmor von Mino da Fiesole, Andrea Bregno und Giovanni Dalmata teilt die Kapelle in zwei Bereiche: der größere mit dem Altar ist für religiöse Feiern und andere kirchliche Zwecke reserviert, während sich im kleineren die Gläubigen aufhalten dürfen. Das Durchgangsgitter bestand ursprünglich aus vergoldetem Eisen und befand sich ganz in der Mitte; es wurde später zum Bereich der Gläubigen hin verschoben, um einen größeren Raum für den Papst zu schaffen. Von denselben Künstlern stammt auch der Chor, der den Sängern vorbehalten war.

    Während wichtiger Feierlichkeiten sind die Seitenwände durch eine Reihe von Gobelins (Werke von Raffael) verhängt, die Ereignisse aus den Evangelien und Taten der Apostel beschreiben.
    Zwischen 1473 und 1484 wurden auf Weisung von Sixtus IV. die architektonischen Pläne von Baccio Pontelli ausgeführt, die Aufsicht über die Bauarbeiten hatte Giovannino de' Dolci inne.
    Die erste Messe wurde in der Sixtinischen Kapelle am 9. August 1483 gefeiert, wobei sie der Himmelfahrt der Jungfrau Marias geweiht und gewidmet wurde.

    Die Wandfresken stammen von Pietro Perugino, Sando Botticelli, Domenico Ghirlandaio, Cosimo Rosselli, Luca Signorelli und ihren jeweiligen Gehilfen, zu denen auch Pinturicchio, Piero di Cosimo und Bartolomeo della Gatta gehörten.

    Dargestellt wurden in den Bildern historische religiöse Themen, die auf Grundlage des mittelalterlichen Konzepts der Weltgeschichte in drei Epochen ausgewählt und aufgeteilt waren: Zunächst die zehn Gebote, dann die Zeit zwischen Moses und Christus, und schließlich die Christenheit. Sie unterstrichen die Fortdauer zwischen dem Alten und dem Neuen Bund, beziehungsweise den Übergang von den mosaischen Gesetzen zur christlichen Religion.
    1508 wurde Michelangelo Buonarotti von Papst Julius II. beauftragt, die Decke neu zu malen, die ursprünglich goldene Sterne vor einem blauen Himmel zeigte. Die Arbeiten wurden zwischen 1508 und dem 1. November 1512 ausgeführt. Michelangelo malte das Jüngste Gericht über dem Altar zwischen 1535 und 1541, eine Arbeit, die von Papst Paul dem III. in Auftrag gegeben worden war.

    Um die Decke zu erreichen, benötigte Michelangelo eine Art Ständerwerk. Die erste Idee hierzu stammte von Bramante, der ein spezielles Gerüst für ihn entwerfen wollte, das mittels Seile frei abgehängt in der Luft schweben sollte. Michelangelo vermutete jedoch, dass bei dieser Lösung nicht alle Stellen an der Decke erreicht werden würden, so dass er selbst ein Gerüst entwarf, eine einfache Holzbühne auf einem Gestänge, das in Bohrlöchern in den Wänden hoch oben in der Nähe der Fenster verankert wurde.

    Die erste Gipsschicht begann jedoch zu schimmeln, da sie zu feucht war. Michelangelo musste sie neu auftragen, probierte jedoch eine neue Mischung aus, den so genannten Verputz, der von einer seiner Gehilfen, Jacopo l'Indaco, angesetzt wurde. Dieser war nicht nur schimmelbeständig, sondern ging auch in die italienische Bautradition ein (und ist noch heute in Gebrauch).

    Michelangelo erhielt den Auftrag für lediglich 12 Figuren, die Apostel. Als jedoch das Werk beendet war, waren es mehr als 3.000. Die Skizzen hierzu sind äußerst wertvolle und eigenartige Dokumente. Michelangelo arbeitete mit männlichen Modellen, auch für weibliche Darstellungen, da diese Modelle zu selten und teuer waren.

    Das Jüngste Gericht war Gegenstand eines mühevollen Disputs zwischen Kardinal Carafa und Michelangelo: Der Künstler wurde der Unsittlichkeit und untragbaren Obszönität beschuldigt, weil er in der bedeutendsten Kirche der Christenheit nackte Figuren mit sichtbaren Genitalien gemalt hatte, so dass Carafa und Monsignor Sernini (Botschafter Mantuas) eine Zensurkampagne anstrengten (die als "Kampagne der Feigenblätter" bekannt ist), um die Fresken entfernen zu lassen. Als der Zeremonienmeister des Papstes, Biagio da Cesena, das Werk in ähnlicher Weise anprangerte und meinte, es wäre eher für ein Thermalbad denn für eine Kapelle geeignet, ließ Michelangelo seine Züge in die Figur des Minos, dem Richter über die Unterwelt, einfließen. Der Legende nach beschwerte sich Biagio da Cesena beim Papst, der jedoch erwiderte, dass seine Gerichtsbarkeit nicht für die Hölle gelte, so dass das Bildnis beibehalten wurde.

    Mit dem Tod Michelangelos wurde ein Gesetz zur Verhüllung von Genitalien erlassen ("Pictura in Cappella Ap.ca coopriantur"). So übermalte Daniele da Volterra, ein Schüler Michelangelos, der nach dieser Arbeit den Beinamen "Braghettone" erhielt, die Genitalien der Figuren mit einer Art Lendenschurz, ließ aber die Gesamtheit der Körper unverändert. Als das Werk 1993 restauriert wurde, entschieden sich die Restauratoren, die Lendenschürze von Daniele nicht zu entfernen; eine getreue Kopie ohne Zensur des Originals von Marcello Venusti befindet sich heute im Museo di Capdimonte von Neapel.

    Die Kapelle selbst wurde zwischen 1981 und 1994 restauriert.
  • Der Petersdom

    Der Bau der so genannten Peterskirche wurde unter Papst Julius II. 1506 begonnen und 1612 unter Papst Paulus V. abgeschlossen. Es handelt sich eigentlich um einen Wiederaufbau, da an dieser Stelle, vor der heutigen Basilika, ein anderer Bau aus dem 4. Jahrhundert stand, der von Kaiser Konstantin an der Stelle errichtet wurde, an der einst der Zirkus von Kaiser Nero lag und wo der Tradition nach der Heilige Petrus, einer der Apostel Jesu und erster Papst der Christenheit, gekreuzigt und beerdigt worden war.

    Die ursprüngliche Basilika war im Laufe der Jahrhunderte wiederholt, auch mit Werken von Giotto, verschönert worden, bis schließlich nach einem furiosen Brand Mitte des 15.
     Jahrhunderts, der (absichtlich oder auch nicht) einen guten Teil des Baus zerstörte, sich Papst Nikolaus V. entschloss, sie einer grundlegenden Renovierung zu unterziehen. Mit dessen Tod wurden die Arbeiten eingestellt und später von Julius II. wieder aufgenommen, der sie der Leitung von Donato Bramante anvertraute, welcher die alte Basilika vollständig abriss und eine neue mit zentralem Grundriss vorsah.

    Alle für ihre bauliche und künstlerische Umsetzung erforderlichen Arbeiten wurden der Leitung einer Institution, der ehrwürdigen "Fabrica Sancti Petri", also quasi der Domhütte des Petersdoms, unterstellt, deren Archive der Vatikan vor kurzem zu Studienzwecken geöffnet hat: Unter den wertvollen, katalogisierten Dokumenten finden sich tausende Rechnungen, Entwürfe, Verträge, Quittungen, Briefwechsel (z. B. zwischen Michelangelo und der Kurie), welche eine einzigartige Dokumentation des praktischen Alltags der beteiligten Künstler bilden. Die Werkstatt ist noch heute für die Leitung des Komplexes zuständig.

    Die Kampagne zur Mittelbeschaffung für den Bau der Basilika, die in Deutschland über den Verkauf von Ablassbriefen durch den Dominikanerbruder Johann Tetzel lief, war einer der Gründe für die von Martin Luther angeführte Reformationsbewegung.

    Die Basilika hat eine Länge von 186 Metern, die Spitze der Kuppel befindet sich in einer Höhe von 119 Metern und die Gesamtfläche beträgt mehr als 15.000 Quadratmeter. Das Gebäude kann rechnerisch 80.000 Personen aufnehmen. In der Basilika befindet sich, der Überlieferung nach, das Grab des Heiligen Petrus. Dieses liegt unter dem Hauptaltar, der mit einem von vier riesigen Säulen gestützten Zimborium überdacht ist, die als Ganzes von Gian Lorenzo Bernini entworfen wurden. Auch andere Päpste haben in der Basilika ihre letzte Ruhe gefunden.

    Mit dem Tod von Giacomo della Porta 1602 übernahm Carlo Maderno die Leitung der Werkstatt; ein Jahr später betraute Clemens VIII. Giuseppe Cesari (den 'Cavaliere d'Arpino') mit der Anfertigung von Skizzen für die Mosaiken der Kuppel mit folgenden Darstellungen: Christus, die Apostel und Büsten der Päpste und Heiligen, alle im Jahr 1612 fertig gestellt. Für die Altarbilder, die in der Folge als Mosaik ausgeführt wurden, beauftragte der Papst die Malergrößen Pomarancio, Cesare Nebbia, Francesco Vanni, Bernardo Castello, Giovanni Baglione, Cigoli und Passignano.

    Unter Papst Paulus V. begann Maderno 1607 mit der Hauptfassade und 1609 mit dem Kirchenschiff, die er beide 1612 beendet, während er zwischen 1615 und 1616 die hufeisenförmige und zum Hauptalter offene Confessio vollendete. Für die bildhauerische Dekoration bediente sich der Papst hauptsächlich der Arbeit von Ambrogio Bonvicino: Ihm verdanken wir das Hochrelief mit der Übergabe des Schlüssels über dem Haupteingang. Für die Fresken bediente er sich Giovan Battista Ricci aus Novara, der an den Fresken der Confessio und an der Stuckdekoration arbeitete. Zwischen 1616 und 1617 errichtete Martino Ferrabosco den Uhrenturm, der in späterer Zeit wieder abgerissen wurde, um für die Kolonnaden Platz zu schaffen.

    1626 erfolgte schließlich die Weihe durch Urban VIII. und hatte die Basilika die Form eines lateinischen Kreuzes.

    Die Basilika ist an sich schon ein Kunstwerk, besteht aber auch aus verschiedenen künstlerischen Elementen mit eigenständigem Wert.

    Viele berühmte Künstler sind in der "Fabbrica di San Pietro" (also der Dombauhütte) tätig gewesen. Nach dem Tod von Bramante begann dort Raffaello Sanzio zu arbeiten, der den ursprünglichen Plan eines griechischen Kreuzes in ein lateinisches abwandelte. Michelangelo, der eine Zeitlang nach Raffaell als leitender Architekt arbeitete, kam wieder auf das griechische Kreuz zurück und führte den Entwurf der Kuppel aus. Das Werk wurde von Carlo Maderno vollendet, der den Plan erneut in ein lateinisches Kreuz änderte (diesmal auf ausdrückliche Weisung des Papstes).

    Im Inneren haben hunderte von Statuen aus Marmor, Travertin, Stuck und Bronze ihren Platz gefunden. Unter den Grabmonumenten finden sich auch eines von Bernini und eines von Antonio Canova. Berühmt ist die Skulptur "La Pietà" von Michelangelo.

    Künstlerisch manifestiert der Petersdom den Sieg des römischen Barocks auf seinem Gipfel, an dem die Kirche als politischer Mittelpunkt der europäischen Geschichte die Zunahme des Prestiges und der Macht der Nationalstaaten Frankreichs und Spaniens wahrnahm. Die architektonische Pracht und dekorative Redundanz, die bereits den Regeln des Barock eigen waren, entsprachen voll den Vorstellungen der Kurie, sich mit einer hoffentlich unerreichbaren Herrlichkeit darzustellen.

    Die Basilika wurde schließlich 1626 von Urban VIII. geweiht.

    Die Aufteilung des Platzes (1656 - 67) geht auf Gian Lorenzo Bernini (1598 - 1680) zurück, der hier sein Hauptwerk schuf. Der Platz teilt sich in zwei Bereiche: Der erste, in einer reversen Trapezform, mit der Längsseite parallel zur Hauptfassade, und der zweite in elliptischer Form mit den dorischen Kolonaden unter einem gewaltigen Epistyl. Im Plan Berninis fand sich noch mittig ein abschließender dritter Flügel als Fortführung der Kolonaden, der, wäre er verwirklicht worden, den Platz und die Basilika aus der Vorderansicht verborgen hätte. So hätte sich der von der Engelsbrücke Kommende und aus den schmalen Gassen des Borgo Heraustretende plötzlich vor einem weiten und dynamischen Raum gesehen hätte, der ihm einen für die Barockzeit typischen Blick mit Überraschungseffekt geboten hätte. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die aktuelle Via della Conciliazione das Ergebnis der unglücklichen Abrissarbeiten eines langen, schmalen Häuserblocks (Spina dei Borghi) ist, der in der Zeit Mussolinis konzipiert worden war.
    Anzumerken wäre, dass der Petersdom keine Kathedrale oder Bischofssitz ist; der Papst ist zwar auch Bischof von Rom, doch die Kathedrale von Rom ist die Basilika San Giovanni in Laterano.

    Die Basilika manifestiert am eindrucksvollsten den katholischen Kultus, so dass ihr bei den Feierlichkeiten zu Weihnachten und Ostern sowie bei den Riten der Karwoche, der Proklamation neuer und den Exequien verstorbener Päpste, der Eröffnung und Beschließung von Jubiläumsfeierlichkeiten eine besonders festliche Funktion zukommt.

    Unter Johannes XXIII. fanden hier die Zeremonien des Zweiten Vatikanische Konzils statt.
    Kurioserweise finden sich in Rom drei Kirchen, die Petrus gewidmet sind. Neben der Basilika gibt es noch die Kirche San Pietro in Vincoli (mit dem beachtenswerten, berühmten "Moses" von Michelangelo) auf der anderen Seite des Tibers zwischen dem Oppio und der Via Cavour am Esquilin, und weiterhin die Kirche San Pietro in Montorio.

    Zu diesen drei kommt noch die Peter-und-Paul-Kirche im Quartiere XXXII. Europa.

    Eine vermutlich spontane Tradition der nach Rom kommenden Pilger will es, dass man die Bronzestatue des segnenden Heiligen Petrus auf der rechten Seite des Kirchenschiffs mit der rechten Hand berührt und dann das Kreuzzeichen macht. Der den Anwesenden am nächsten gelegene Teil der Statue ist der Fuß, der heute empfindlich abgenutzt ist.

    Der Petersdom war jahrhundertelang die größte aller katholischen Kirchen. Diesen Primat verlor er erst 1989, als die Basilika von Yamoussoukro an der Elfenbeinküste fertig gestellt wurde.
    Der Petersplatz ist einer der berühmtesten Plätze der Welt und liegt vor dem Petersdom, der Wiege des Geistes des ersten Papstes, des Apostels und Märtyrers Petrus, Ort der tagtäglichen Pilgerschaften tausender Gläubiger aus allen Teilen der Erde. Er liegt im Vatikan, dem Stadtstaat, der Sitz des Kirchenstaates im Herzen des historischen Zentrums von Roms am Ostufer des Tibers.

    Er ist in gewissem Sinne das Herz der Christenheit, der Römisch-Katholischen Kirche.
    Von Gian Lorenzo Bernini zwischen 1656 und 1667 erbaut, wird der Petersplatz als eines der Meisterwerke der barocken Architektur betrachtet.

    Das Problem, das Bernini zu bewältigen hatte, als er von Papst Alexander VII. den Auftrag zur Schaffung einer großen Erweiterung des Platzes erhielt, bestand darin, die richtige perspektivische Synthese zwischen dem neuen Platz, dem Kuppelbau Michelangelos und der Hauptfassade der Basilika unter Berücksichtigung der Winkel zu finden, die mit den vorhandenen Gebäuden (vor allem des Palastes, von dem aus der Pontifex seinen Segen erteilt) vorgegeben waren.

    Die geniale Lösung Berninis bestand in der Erfindung eines gewaltigen Säulengangs (der heute als außergewöhnlichster, jemals gebauter betrachtet wird), der den Platz umgibt und der seine Form in zwei verschiedene Einheiten teilt: die erste hat eine Trapezform und leitet ideal den Blick des Betrachters zum Kirchplatz und zum Eingang der Basilika; die zweite nimmt die majestätische Ausformung zweier elliptischer Halbkreise, die quasi die mütterlichen Arme der schützenden Kirche symbolisieren, die ihre Kinder empfängt.

    Die Maße der Hauptfläche des Platzes sind schon imposant: Der ellipsenförmige Platz misst in einer größten Breite 240 m (in etwa so wie das Kolosseum, wie es Bernini wollte) und die Kolonaden bestehen aus 284 dorischen Säulen, die vierreihig angeordnet sind, und 88 Pilastern. Auf der Brüstung erheben sich 140 Heiligenstatuen (mehr als drei Meter hoch und das Werk der Schüler von Bernini), die dem Platz ein monumentales Aussehen verleihen und eine ideale Verbindung zu den Statuen auf der Balustrade über der Hauptfassade von Maderno schaffen.

    Die elliptische Ordnung des Platzes erlaubte es Bernini, jene optischen Effekte voller Bewegung und Überraschung zu erzeugen, die in der barocken Kultur so beliebt waren. Läuft man an den Kolonaden entlang, hat man den Eindruck, dass diese in Bewegung sind. An einer Stelle im Pflaster, die durch eine runde Marmortafel gekennzeichnet ist, befindet sich nicht weit (3,8 m nördlich der Längsachse) vom vatikanischen Obelisk entfernt einer der zwei Ellipsenschnittpunkte, an dem die Kolonnaden nicht aus vier, sondern aus einer einzigen Säulenreihe zu bestehen scheinen.

    Den Mittelpunkt der Ellipse nimmt, ganz im Sinne einer im römischen Barock beliebten Lösung, ein altägyptischer Obelisk ein, der einschließlich Sockel und Kreuz auf der Spitze eine Höhe von 40 Metern hat. Der Obelisk, der aus dem 13. Jahrhundert v.Chr. stammt, wurde im 1.

    Jahrhundert nach Rom gebracht, um dort im Zirkus von Kaiser Nero aufgestellt zu werden, wurde 1585 dann aber von Papst Sixtus V. an seinen heutigen Platz verlegt. Seitlich, an den Ellipsenschnittpunkten finden sich zwei Brunnen, von denen der nördlich von Carlo Maderno (1613) und der südliche von Carlo Fontana (1677) entworfen wurden.

    Zur Zeit Berninis existierte die Via della Conciliazione noch nicht (sie wurde erst unter Benito Mussolini gebaut), an ihrer Stelle standen mittelalterliche Paläste des so genannten 'Borgo Vecchio'. So näherte man sich dem Platz durch zwei enge und von hohen Palästen umschlossene Gassen, wonach die Wirkung, die sich einstellte, wenn man auf den Platz hinaustrat, entschieden größer war als heute, da man den Dom und seine Kuppel bereits von ferne wahrnimmt. Die Kolonnaden von Bernini hatten eigentlich die Aufgabe, den Blick des Herantretenden auf die Pracht des Petersdoms zu lenken und die Großartigkeit der Kuppel von Michelangelo dank des besonders durch den trapezförmigen, die Perspektive weitenden Zugang hervorgerufenen Kontrast hervorzuheben.
  • Die Engelsburg

    Die Engelsburg (auch 'Mole Adriana') ist ein römisches Monument am rechten Tiberufer vor der pons Aelius, der heutigen Engelsbrücke) nicht weit vom Vatikan entfernt. Ursprünglich als Mausoleum vom römischen Kaiser Hadrian im Jahr 135 begonnen, orientierte es sich an dem nie fertiggestellten Grabmal des Augustus und wurde es 139 unter Antoninus Pius beendet. Das Mausoleum bestand aus einem kubischen Fundament, das mit Marmor der Apuanischen Alpen ausgekleidet war und besaß einen Zierfries aus Ochsenköpfen (Bucrani) und gewinkelten Lisenen. In dem Fries mit Blick auf den Fluss waren die Namen der im Inneren begrabenen Kaiser zu lesen. Immer noch auf dieser Seite fand sich der Hadrian gewidmete Eingangsbogen, dessen Dromos (Zugangskorridor) vollständig mit Giallo Antico, einer gelben Granitsorte, verkleidet war.

    Oberhalb des Fundaments fand sich ein Tambour aus Peperin und als opus caementitium (eine betonähnliche Substanz) ausgeführt und vollständig mit Travertin und und kannelierten Lisenen verkleidet. Darüber befand sich ein Grabhügel aus Erde, mit Bäumen bewachsen und von Marmorstatuen umgeben (von denen Reste noch erhalten sind). Auf dem Grabhügel stand schließlich eine Quadriga aus Bronze, die von dem als Sonnengott dargestellten Kaiser Hadrian geführt wurde. Um das Mausoleum verlief eine Einfriedungsmauer mit Bronzegittern, die mit Pfauen verziert werden; zwei dieser Gitter werden noch im Vatikan aufbewahrt.

    Im Inneren erhellten Lichtschächte die spiralförmige Treppe aus Ziegelsteinen, die den Zugangskorridor mit der Cella (Grabkammer) in der Mitte des Grabhügels verband. Letztere war quadratisch und vollständig mit mehrfarbigem Marmor ausgekleidet. Über ihr lagen weitere zwei Celle.

    Sehr bald schon erhielt das Bauwerk eine andere Bestimmung und wurde zur Festung ausgebaut. Im Jahr 403 wurde sie mit der Mura aureline eingefasst und in der Folge von den Päpsten ab dem 14. Jahrhundert an befestigt, von allen Dekorationen und Verkleidungen befreit und gleichzeitig zu einem Gefängnis (Benvenuto Cellini war dort im 16. Jahrhundert inhaftiert) und zu einer Zufluchtsburg umgebaut. Auf diese Weise widerstand Clemenz VII. während des fürchterlichen Sacco di Roma 1527 der Belagerung der Landsknechte Karls des V.
    Die Burg erhielt ihren heutigen Namen während einer großen Pestepidemie, die 590 Rom heimsuchte. Der damalige Papst, Gregor I., soll auf der Spitze der Burg den Erzengel Michael gesehen haben, der sein Schwert in die Scheide gesteckt und damit das Ende der Epidemie kundgetan hätte. Zur Erinnerung an dieses Ereignis krönt die Statue des Engels das Bauwerk (zunächst als Marmorstatue von Raffael da Montelupo bis zum 16. Jahrhundert, dann ab 1753 als Bronzestatue von Pierre van Verschaffelt).
  • Die Stanzen Raffaels: "Die Schule von Athen"

    "Die Schule von Athen" ist ein 772 cm breites Fresko, das zwischen 1509 und 1511 vom Maler Raffael Sanzio geschaffen wurde. Es wird in der Stanza delle Segnature (ursprünglich diente der Saal für die Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes) im Vatikan aufbewahrt.

    Dieses Gemälde ist eines der wichtigsten Meisterwerke der Renaissance. Unter den herrlichen Tonnengewölben eines imaginären klassischen Gebäudes sind berühmte Philosophen der Antike in der Diskussion über ihre Denkschulen dargestellt. In Auftrag gegeben wurde es von Papst Julius II. als eines einer Reihe von Gemälde für seine Privatbibliothek im Vatikanspalast. Der Saal wurde in der Folge für die Unterzeichnung von Dokumenten genutzt und daher auch 'Stanza della Segnatura' genannt.

    Links im Hintergrund dominiert die Statue des Apoll, während rechts die Göttin Minerva zu sehen ist. Darunter sind zwei Szenen dargestellt: ein Kampf nackter Personen, und ein Triton, der eine Nereide entführt.

    In der Mitte, überkrönt von einem zum Himmel hin offenen Bogen, stehe die zwei wichtigsten Philosophen der Antike, Platon und Aristoteles. Platon, dessen Erscheinung etwas an Leonardo da Vince erinnert, hält sein Werk 'Timeo' in der Hand und weist mit einem Finger gen Himmel, während Aristoteles seine 'Ästhetik' hält und die Handfläche seiner Rechten zu Boden richtet.

    Um sie herum und um die anderen Philosophen und Mathematiker sind ihre Anhänger gruppiert. Ganz links Epikur, dem Federico Gonzaga als Knabe über die Schulter schaut. In der Mitte, auf der ersten Ebene, sitzt an Michelangelo erinnernde Heraklid, der einen Ellenbogen auf einen großen Steinblock stützt, während wir ganz rechts, mit den Zügen von Bramante, Euklid finden, der am Boden auf eine Tafel zeichnet.
    Ganz am rechten Rand stehen zwei junge Männer in Gewändern aus der Zeit der Schaffung des Freskos, welche Raffael selbst und seinen Freund und Kollegen Sodoma darstellen.

    Die Gelehrten glauben, dass das Bildnis Heraklids später, nach Fertigstellung des Werks hinzugefügt wurde. In der Bibliotheca Ambrosiana in Mailand wird der letzte Schablonenkarton aus der Hand Raffaels aufbewahrt, auf dem die Figur Heraklids tatsächlich auch nicht erscheint. Vielleicht fühlte sich der Maler, nachdem er das Werk Michelangelos gesehen hatte, das dieser für die Sixtinische Kapelle fertiggestellt hatte (das in Teilen am 14. August 1511 vorgestellt wurde), genötigt, seinem Fresko das Bildnis seines Rivalen hinzuzufügen und ihm das Aussehen des griechischen Philosophen zu verleihen.
  • Das Pantheon

    Das Pantheon ist ein Bauwerk des antiken Roms, das ursprünglich als Tempel für alle Gottheiten errichtet worden war.

    Die Römer nannten es freundschaftlich "La Ritonna" wegen seines rotundenförmigen Vorplatzes. Das erste Pantheon wurde 27-25 v.Chr. von Agrippa, dem Freund und Förderer Augustus', im Zuge der Monumentalisierung des Marsfeldes errichtet.

    Die ursprüngliche Inschrift zur Widmung des Bauwerks stammt aus der Zeit des Umbaus unter Hadrian und lautet: M.AGRIPPA.L.F.COS.TERTIUM.FECIT (also: "Marcus Agrippa, Sohn des Lucius, (hat in seinem) dritten Konsulat (dieses Gebäude od. Tempel od. etc.) gemacht (oder auch errichtet)"). Das dritte Konsulat Agrippas begann eben in diesem Jahr 27 v.Chr. Cassius Dio zählt es auf jeden Fall zu den von Agrippa 25 v.Chr. auf dem Marsfeld fertiggestellten Werken.

    Aus den bis Ende des 19. Jahrhunderts verbliebenen Resten weiß man, dass dieser erste Tempel rechteckig angelegt war und eine quer verlaufende Cella aufwies, breiter als lang war (wie auch der Tempel der Concordia auf dem Foro Romano und der kleine Tempel der Veiovis auf dem Campidoglio), und aus Travertinblöcken bestand, die mit Marmorplatten verkleidet war. Das Gebäude zeigte nach Süden, der Rekonstruktion Hadrians entgegen, wobei seine Mittelachse jedoch mit der des jüngsten Gebäudes zusammenfällt und die Breite der Cella dem Innendurchmesser der Rotunde entsprach; die Gesamttiefe des augustinischen Bauwerks entspricht zudem der des Pronaos Hadrians. Aufgrund entsprechender Quellen wissen wir, dass die Kapitelle aus Bronze bestanden und dass die Dekoration Karyatiden und Giebelstatuen beinhaltete; im Inneren des Pronaos fanden sich die Statuen von Augustus und eben Agrippa. Der Tempel blickte auf einen Vorplatz (mit der Rotunde Hadrians) und war auf der gegenüberliegenden Seite von der Neptunsbasilika begrenzt.

    Von Cassius Dio wissen wir, dass die Bezeichnung "Pantheon" nicht der offizielle Name des Bauwerks war und dass Agrippa beabsichtigt hatte, einen dynastischen Kultort zu schaffen, der möglicherweise den Schutzgöttern der Familie Iulius (Mars, Venus und Divus Iulius oder vielmehr des vergöttlichten Caesars) geweiht sein sollte.

    Das bei dem Brand von 80 n. Chr. zerstörte Gebäude wurde unter Domitian wieder aufgebaut, wurde aber unter Trajan erneut zerstört.

    Unter Hadrian wird das Bauwerk vollständig umgebaut. Die Ziegelstempel (Fabrikationsmarken auf den Ziegeln) stammen aus den Jahren 123 - 125, wobei man spekulieren kann, dass der Tempel vom Kaiser während seines Aufenthalts zwischen 125 und 128 eingeweiht wurde. Einigen Meinungen zufolge könnte sich der Bauplan, der unmittelbar nach der Zerstörung des Bauwerks vor der Zeit Trajans erstellt wurde, dem Architekten Apollodorus von Damaskus zuordnen lassen.

    Unter Berücksichtigung des Vorgängers wurde der Neubau in seiner Ausrichtung gen Norden angelegt. Der große Pronaos (die Vorhalle) und der Verbindungsbau zur Grabkammer nahmen den gesamten Raum des früheren Tempels ein, während die Rotunde über dem augustinischen Vorplatz errichtet wurde, der den Pantheon vor der Neptunsbasilika trennte. Dem Tempel vorgelagert war ein mit Travertinplatten gepflasterter Platz, der auf drei Seiten mit einem Säulengang umgeben war.

    Das Bauwerk besteht aus einem Pronaos, der mit einem Rotundengrad über einen rechteckigen Zwischenbau verbunden ist.

    Der Pronaos mit seinen acht Frontsäulen und vier Säulen an den Seiten misst 34,20 x 15,62 Meter, war um 1,32 Meter über dem Platz angehoben und über fünf Stufen zugänglich. Die Gesamthöhe beträgt 14,15 Meter und die Säulenschäfte haben einen Durchmesser von 1,58 Metern.

    Auf der Fassade zeigt der Fries die Inschrift Agrippas in Bronzelettern, während eine zweite, später in den Epistyl gemeißelte Inschrift auf eine Restaurierung unter Septimius Severus und Caracalla verweist. Der Giebel muss mit Bronzefiguren geschmückt gewesen sein, die am Fuß mittels Zapfen befestigt waren: aus der Position der Löcher schließt man, dass es wohl ein großer Adler mit ausgebreiteten Schwingen gewesen sein könnte.

    Im Inneren teilen zwei Reihen von je vier Säulen den Raum in drei Kirchenschiffe: das mittlere, größte führt zum großen Zugangstor der Cella, während die zwei seitlichen in weiten Nischen endigen, die wohl die Statuen von Augustus und Agrippa aufgenommen haben und vom augustinischen Bau hierher gebracht worden waren.

    Die Schäfte der Säulen waren (an der Fassade) aus grauem und an anderen Stellen aus rotem Granit gemeißelt worden und stammten aus ägyptischen Steinbrüchen. Auch die Schäfte in den Säulengängen des Vorplatzes waren aus grauem Granit, wenngleich weniger groß bemessen. Die korinthischen Kapitelle, die Sockel und die Elemente des Gebälks bestanden aus weißem Marmor vom Pentelikon aus Griechenland. Die letzte Säule auf der östlichen Seite des Pronaos', die noch im 15. Jahrhundert fehlte, wurde unter Papst Alexander VII. durch einen Säulenschaft aus grauem Granit ersetzt, und die Säule am östlichen Ende der Fassade wurde unter Papst Urban VIII. gegen einen Säulenschaft aus rotem Granit ausgetauscht: der ursprüngliche Farbwechsel in den Säulen erscheint uns heute entsprechend geändert.

    Das nach zwei Seiten abfallende Dach aus Holzgebinden, die von Mauern aus Steinblöcken mit Bögen gestützt wurden, spannten sich über die Säulenreihen im Inneren. Die Originaldachziegel aus Bronze und das von der Bedachung abgehängte Gewölbe aus Bronze, die es vor dem Blick vom Innenraum aus verbarg, sind heute dank Papst Urban VIII. verschwunden, der sie für den Bau von 110 Kanonen für die Engelsburg einschmelzen ließ.

    Der Pronaos ist mit farbigen Marmorplatten belegt, die nach einem geometrischen Plan aus Kreisen und Quadraten angeordnet sind.

    Die Zwischenkonstruktion, welche den Pronaos mit der Cella verbindet, besteht aus Ziegelwerk (Opus incertum mit einer Verblendung aus Klinker- oder Ziegelsteinen), gestützt auf zwei massiven Pfeilern, die sich an die Rotunde 'anlehnen' und durch ein Gewölbe verbunden waren, welche das ursprüngliche Gewölbe aus Bronze des Mittelteils des Pronaos' ohne Auflösung der Kontinuität fortführte. In die Pfeiler sind Stufen eingelassen, die zum oberen Teil der Rotunde führen. Die Wand ist mit Marmorplatten aus dem Pentelikon verkleidet und außen sowie an den Seiten der Tür zur Cella mit Lisenen verziert, die den Pronaos thematisch fortführen. Zwischen den Lisenen sind Dekorpaneele mit Girlanden und Opfergerätschaften eingefügt.

    Von außen hat der Bau die gleiche Höhe wie der Zylinder der Rotunde und muss wie diese wohl eine heute verschwundene Verkleidung aus Stuck und Putz aufgewiesen haben.

    Auf der Fassade wiederholt ein Giebel die Formen des Pronaos in größerer Höhe und zeigt einen Bezug auf die Unterteilungen der Friesbänder an der Rotunde, die ohne Auflösung der Kontinuität an den Außenwänden der rechteckigen Struktur über den Lisenen fortgeführt werden. Der vom Pronaos verdeckte Giebel kann auf jeden Fall nur aus großer Entfernung zu sehen gewesen sein.

    Der Höhenunterschied zwischen den zwei Giebeln hat zu der Hypothese geführt, dass der Pronaos des Bauwerks ursprünglich mit größeren Maßen geplant war, wobei die Säulen 50 Fuß (14,80 m), statt 40 Fuß (11,84 m) hätten hoch sein sollen, dass jedoch die Granitbrüche in Ägypten, die bereits für die Säulen des monumentalen Nordeingangs des Trajansforums ausgebeutet worden waren, nicht in der Lage waren, weitere monolithische Schäfte mit diesen außergewöhnlichen Abmessungen zu liefern, und dass der Plan daher verkleinert und abgeändert werden musste.

    Der Innenraum der Cella in der Rotunde war ein Zylinder mit einer halbkugelförmigen Abdeckung. Die Höhe des Zylinders entsprach dem Radius (21,72 m) und der Innenraum insgesamt dem Durchmesser (43,44 mm).

    Auf der unteren Ebene öffnen sich acht weite Estraden mit wechselweise rechteckigem (in Wirklichkeit trapezförmig) und halbrundem Grundriss, von denen einer als Eingang genutzt wird. Diese erste Etage wird von einer architektonischen Anordnung aus Säulen entsprechend der Öffnung der Estraden und Lisenen in den dazwischen liegenden Mauerabschnitten eingerahmt, die ein fortlaufendes Gebälk stützen. Nur die dem Eingang gegenüber liegende Apsis wird hingegen von zwei aus der Wand hervorstehenden Säulen flankiert, wobei das Gebälk darin wie von der Halbkuppel vorgegeben verläuft. Zwischen den Lisenen finden sich zwischen den Estraden kleine Ädikulae auf einem hohen Sockel mit wechselweise dreieckigen und krummlinigen Giebelchen. Die Wände sind mit farbigen Marmorplatten verkleidet.
    Eine zweite Ebene besaß eine Anordnung von Lisenen aus Porphyr, die Scheinfenster einrahmten mit farbigen Marmorplatten verkleidet waren. Die ursprüngliche römische Dekoration wurde im 18. Jahrhundert (vermutlich zwischen 1747 und 1752) durch die heute sichtbare ersetzt. Im südwestlichen Bereich wurde ein Teil des originär römischen Erscheinungsbilds auf dieser Ebene sukzessive restauriert, indes auf eine ganz und gar nicht exakte Weise.

    Der Boden der Rotunde ist leicht konvex, wobei der höhere Bereich (der um circa 2 Meter von der Mitte weg nach Nordost verschoben ist) um ca. 30 cm höher liegt. Die Wandverkleidung besteht aus Platten mit quadratischem Muster, in die wechselweise Kreise oder kleinere Quadrate eingeschnitten sind.

    Die aktuelle Bronzetür, die andere Abmessungen als die Öffnung aufweist, stammt aus einem anderen antiken Gebäude.

    Die Kuppel ist innen mit fünf Reihen aus 28 Kassetten verziert, deren Maße nach oben hin abnehmen, und weist in der Mitte ein Rundfenster mit einem Durchmesser von 8,92 Metern auf. Das Rundfenster muss von einer an der Kuppel befestigten Zarge umgeben gewesen sein, die vermutlich an die höchste Kassettenreihe reichte. Zahlreiche Löcher im Zement lassen vermuten, dass auch die Kassetten und Flächen dazwischen mit Bronze ausgekleidet waren.
    Außen wird die Kuppel unten von einer Überhöhung der Rotundenwand (um 8,40) verborgen und ist in sieben übereinander liegende Ringe zergliedert, deren unterer Ring noch immer die Verkleidung aus Marmorplatten bewahrt hat. Der Rest war mit Dachziegeln aus vergoldeter Bronze verkleidet, die von Kaiser Constantius II. bis auf jene um das Rundfenster herum entfernt wurden, die sich heute noch an Ort und Stelle befinden. Die Dicke des Mauerwerks nimmt nach oben hin ab (von 5,90 m unten bis auf 1,50 m im Bereich um das Rundfenster in der Mitte).

    Die Kuppel stützt sich oben auf einen dicken Maurerring aus Ziegeln (Opus incertum mit einer Klinkerverkleidung), auf dem sich auf drei Ebenen Öffnungen befinden (die an den Friesbändern erkennbar). Diese Löcher, die zum Teil ästhetische Zwecke hatten, wie die Estraden innen, und zum Teil Leerräume mit vornehmlich baulicher Funktion darstellten, bilden eine zergliederte Trägerkonstruktion, die in den umlaufenden und sichtbaren Ring einbezogen ist. Auf der Außenwand der Rotunde ist nunmehr, nachdem Verputz entfernt wurde, die komplexe Gliederung der Entlastungsbögen aus so genannten Bipedalen (römischen Pflastersteinen mit einer Seitenlänge von zwei Fuß) sichtbar geworden, die von Seite zu Seite in das Mauerwerk eingelassen waren und das Gewicht der Kuppel an den widerstandsfähigsten Punkten des Rings entlasteten und das Gewicht entsprechend der Hohlräume verminderte.
    Die besondere Technik bei der Zusammensetzung des römischen Mörtels ermöglichte eine Kuppel ohne jegliche Verstärkungen, die quasi zwanzig Jahrhunderte standhaft geblieben ist. In Anbetracht der geringen Spannungsfestigkeit modernen Zements wäre der Bau einer Kuppel mit diesen Maßen wäre mit heutigen Mitteln durchaus problematisch. Der entscheidende Faktor scheint in einer besonderen Bautechnik zu liegen: Der Mörtel wurde in keinen Mengen zugegeben, so dass überschüssiges Wasser sofort drainiert wurde. Dies verleiht dem Material eine außergewöhnlich gute Festigkeit, zumal Luftbläschen, die sich normalerweise beim Austrocknen bilden, ganz oder teilweise verschwinden. Zudem wurden als Caementa, denen Gips für das Opus caementicum beigemengt wurde, weitaus leichtere Materialien verwendet: angefangen beim Travertin der Fundamente, bis hin zum vulkanischem Bimsstein der Kuppel.
    Die Einfügung eines weiten Rotundensaals am Kopf des Pronaos' eines klassischen Tempels war ein Novum in der römischen Architektur. Das Modell runden und mit einer Kuppel abgeschlossenen Raums stellt eine Reprise der großen Thermen dar, die es in dieser Epoche bereits gab, wobei das Neue jedoch in seiner Nutzung als Tempelbau lag. Der Überraschungseffekt beim Durchschreiten der Tür zur Cella muss bemerkenswert und für die Architektur der hadrianischen Epoche charakteristisch gewesen sein, die man auch in vielen Teilen seiner Privatvilla in Tivoli wiederfindet.

    Ein weiteres neues Element war die Einführung glatter monolithischer Schäfte aus farbigem Marmor für die Säulen eines Tempels, die im Gegensatz zu den traditionellen, gerieften Säulenschäften aus weißem Marmor standen.

    Aus einigen Quellen ist uns eine Restaurierung unter Antoninus Pius bekannt, während die Inschrift auf dem Gebälk an der Stirnseite an andere Restaurierungen unter Septimius Severus (im Jahr 202) erinnert.

    Da der byzantinische Kaiser Foca bereits 608 das Bauwerk Papst Bonifaz IV. zum Geschenk gemacht hatte, der es in eine christliche Kirche umwandelte (Sancta Maria Ad Martyres), war es bei den Zerstörungen des frühen Mittelalters verschont geblieben. Es ist dies der erste belegte Fall, bei dem ein heidnischer Tempel dem christlichen Kultus zugeführt wird. Dieser Umstand macht es zum einzigen Bauwerk des antiken Roms, das praktisch intakt geblieben und ohne Unterbrechungen seit seiner Grundsteinlegung für religiöse Zwecke genutzt wird.

    Die vergoldeten Bronzeziegel, mit denen die Kuppel von außen verkleidet war, wurden von Constantius II., dem Kaiser des Ostreichs 663 entfernt und 735 gegen eine Bedachung aus Blei ausgetauscht. Die bronzenen Dachelemente des Pronaos' und vermutlich auch die Skulpturen des Giebels haben im 16. Jahrhundert unter Papst Urban VIII. Barberini wohl das selbe Schicksal erlitten. In eben dieser Zeit wurden zwei unter dem Volksnamen "Eselsohren" bekannte Glockentürme, das Werk von Gian Lorenzo Bernini, an den Seiten des Giebels hinzugefügt, die heute kaum bekannt sind, da sie im 19. Jahrhundert abgerissen wurden.
    Das Pantheon wurde bereits im 15. Jahrhundert mit Fresken ergänzt: Die bekannteste von ihnen ist wohl Christi Verkündigung von Melozzo da Forlì, die in der ersten Kapelle nach dem Eingang rechts zu finden ist.

    Seit der Renaissance wurde das Pantheon auch als Grabstätte genutzt. Dort werden unter anderem die sterblichen Überreste der Maler Raffael Sanzio und Annibale Carracci und des Architekten Baldassarre Peruzzi aufbewahrt.

    Eine Anmerkung am Rande zu den Gräbern der italienischen Könige, Vittorio Emanuele II., dessen Grab sich in der Kapelle neben dem Fresko von Melozzo befindet, die königliche Gemahlin Margherita und der Sohn Umberto I. Diese Gräber werden von den Freiwilligen einiger monarchischer Vereinigungen in Ordnung gehalten. Hinzuweisen wäre auch auf die anhaltenden Streitereien über die Möglichkeit zur Bestattung der sterblichen Überreste von Vittorio Emanuele III. und Umberto II. wegen des dem Haus Savoyen angelasteten Verhaltens in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und während des Zweiten Weltkriegs.

    Das Pantheon ist, wenngleich seine Erhaltung zu Lasten und auf Kosten des Ministeriums für Kulturgüter und Kulturelle Aktivitäten geht, immer noch eine Kirche, in der regelmäßig Messen und vor allem Eheschließungen gefeiert werden.

    Als bestes Beispiel für die Erhaltung der römischen Monumentalarchitektur hat das Pantheon von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert gewaltigen Einfluss auf die Architekten Europas und Amerikas ausgeübt (beispielsweise Andrea Palladio, um nur einen zu nennen). Zahlreiche Festhallen, Universitäten und Bibliotheken weisen einen Anklang an seinen Aufbau mit Portico und Kuppel auf. Zu den Beispielen berühmter Bauwerke, die durch das Pantheon beeinflusst wurden, zählen: Die Rotunde Thomas Jefferson der Universität von Virginia, die Bibliothek der Columbia University, New York und die Bibliothek des australischen Bundesstaates Victoria in Melbourne.
  • Die Piazza di Spagna

    Die Piazza di Spagna (Spanischer Platz) mit der Spanischen Treppe zur Kirche Trinità dei Monti ist einer der berühmtesten Plätze Roms.

    Die monumentale Treppe mit ihren 135 Stufen wurde mit französischer Finanzierung zwischen 1721 und 1725 erbaut und verband die bourbonisch-spanische Botschaft (auf die der Name des Platzes zurückgeht) mit der Kirche Trinità dei Monti, die oberhalb des Platzes steht. Entworfen wurde sie von Alessandro Specchi nach endlos langen und heftigen Diskussionen darüber, wie der Steilhang an der Seite des Pincio urbanisiert werden sollte, um ihn mit der Kirche zu verbinden. Die am Ende gewählte Lösung fand sich in der großen Treppe, deren zahlreiche Terrassenflächen im Frühling und Sommer mit vielen Blumen überreicht geschmückt sind. Die Treppe wurde 1995 restauriert. Auf dem Platz findet sich die berühmte Fontana della Barcaccia aus dem frühen Barock von Pietro Bernini und seinem Sohn, dem berühmten Gian Lorenzo Bernini. Rechts von der Treppe steht das Haus des englischen Dichters John Keats, der hier lebte und 1821 starb, und das heute ein Museum zu seinem Gedenken und zu dem seines Freundes Percy Bysshe Shelley voller Bücher und Memorabilien des englischen Romantizismus' ist.


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Sabre: FG68167
Galileo: FG29678
Worldspan: FGROMRP